Yoga & Pilates

Vor Kurzem habe ich mich intensiver mit dem Thema Pilates beschäftigt. Viele Übungen empfinde ich
als wunderbare Ergänzung zu meinen Yoga-Inhalten, besonders für die Körpermitte, den
Beckenboden und die tiefe Bauchmuskulatur. Um mein Wissen zu vertiefen, Inhalte fundiert zu verstehen und auch Kontraindikationen sicher einschätzen zu können, habe ich mich entschieden, eine Pilates-Trainer-Ausbildung zu absolvieren, die ich inzwischen erfolgreich abgeschlossen habe.
Die Ansätze der ÜbungsleiterInnen (meist immer noch weiblich) sind sehr unterschiedlich, ebenso wie
die Altersspanne der Teilnehmenden, die von etwa 20 bis 55 Jahren reicht. Dadurch wird deutlich:
Pilates kann für viele Menschen wertvoll sein, doch die individuellen Anliegen und körperlichen
Voraussetzungen unterscheiden sich stark. Und genau das ist gut so.
Da die Geschichte des Pilates in der Ausbildung nur am Rande behandelt wurde, habe ich mich selbst
näher damit beschäftigt. Die ursprünglichen Ideen sind bis heute spürbar und teilweise noch in
Anwendung. Gleichzeitig ist klar: Nicht jede ursprüngliche Übungsform ist für den heutigen Menschen uneingeschränkt sinnvoll oder tragbar.
Mein eigener Ansatz verbietet es mir, Menschen in Haltungen zu bringen, für die ihr Körper nicht oder
nicht mehr bereit ist. Das bedeutet nicht, dass Aufbau, Übung und Herausforderung unwichtig sind. Im Gegenteil: Sie sind essenziell. Nichts zu tun ist keine Lösung. Der Körper braucht eine gesunde
Mischung aus verschiedenen Impulsen, Bewegungserfahrungen und Stabilität und Freude darf dabei
natürlich auch entstehen.
Ich bin als Trainerin jeden Tag aufs Neue im Ausprobieren, Üben und Lernen, nicht zuletzt durch die
Teilnehmenden selbst. Wichtig ist mir eine professionelle Begleitung, bei der sich Menschen sicher,
wohl und gut aufgehoben fühlen. So kann das sogenannte „Powerhouse“ achtsam, kraftvoll und
nachhaltig aktiviert werden. Für mich geht es dabei nicht um Perfektion oder darum, besonders „sportlich“ zu sein. Es geht darum, den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen, mit ihm in Kontakt zu treten, Kraft aufzubauen, beweglich zu bleiben und sich selbst etwas Gutes zu tun.
Jeder Mensch beginnt an einem anderen Punkt und genau dort darf Bewegung starten. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, den eigenen Körper wieder mehr in den Mittelpunkt zu
stellen, Schritt für Schritt im eigenen Tempo. Denn Bewegung ist weit mehr als Training sie ist
Lebensqualität, Selbstfürsorge und eine Investition in die eigene Gesundheit.
