Nachrichten Apnoe

Wusstest du, dass du bei jeder Nachricht per Mail oder WhatsApp die Luft anhältst?

Dieses Phänomen, bekannt als „E-Mail-Apnoe“, wurde erstmals 2007 von Linda Stone, einer ehemaligen Managerin bei Microsoft, beschrieben. Sie bemerkte, dass sie während der Bearbeitung von E-Mails flach atmete oder den Atem anhielt. In einer informellen Studie mit rund 200 Personen stellte sie fest, dass etwa 80 Prozent der Teilnehmenden beim Checken ihrer E-Mails ihre Atmung veränderten oder anhielten. Eine interessante Studie hat herausgefunden, dass viele von uns bei jeder eingehenden Nachricht unbewusst die Luft anhalten ein kleines, aber signifikantes Zeichen für den Stress, den ständige Informationsflut mit sich bringt.

Die Studie: Die Verbindung zwischen Kommunikation und Atem

Die Studie, die im Rahmen einer Untersuchung zur Auswirkung von digitalen Medien auf unser Stresslevel durchgeführt wurde, zeigt, dass Menschen oft unbewusst die Atmung anhalten, wenn sie eine neue Nachricht erhalten. Der Grund dafür liegt in unserer Reaktion auf potenziell stressige oder aufregende Informationen. Der Moment, in dem wir eine Nachricht erhalten, versetzt unseren Körper in einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Anspannung und oft halten wir kurz die Luft an, ohne es zu merken.

Diese physiologische Reaktion hängt mit dem sogenannten „Stress-Atem“ zusammen, der bei plötzlichen oder erwarteten Stresssituationen auftritt. Während es normal ist, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, kann die wiederholte Aktivierung dieses Musters durch ständige Nachrichten zu einer chronischen Belastung für unseren Körper werden.

Warum passiert das?

Unsere Gehirne sind darauf programmiert, auf neue Informationen schnell zu reagieren. Eine neue Nachricht, sei es eine E-Mail von der Arbeit oder eine Nachricht von einem Freund, zieht sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich. Diese Reaktion ist instinktiv und hilft uns, schnell zu handeln, jedoch wird sie durch die ständige Verbindung mit digitalen Medien oft in einen chronischen Zustand versetzt.

Das ständige „Nachschauen“ und die ständige Verbindung zu anderen Menschen oder Informationen steigern unsere mentale Anspannung. Dies führt zu einer Anspannung, die auch unseren Atem beeinflusst – vor allem, weil wir in der Erwartung auf die Nachricht aufgeregt sind oder uns Sorgen machen, was sie beinhalten könnte.

Auswirkungen auf unseren Körper und Geist

Diese unbewusste Atemtechnik kann auf lange Sicht ernsthafte Auswirkungen auf unsere körperliche und geistige Gesundheit haben. Wenn wir regelmäßig die Luft anhalten, kann dies zu Verspannungen, Kopfschmerzen und einer flachen Atmung führen. Unser autonomes Nervensystem, das unseren Körper in Stresssituationen steuert, wird durch diesen konstanten Zustand der Anspannung aktiviert, was zu chronischem Stress und Erschöpfung führen kann.

Langfristig kann sich dieser Zustand auf unsere Fähigkeit auswirken, uns zu entspannen und in einem Zustand der inneren Ruhe zu bleiben. Wenn wir immer wieder auf Nachrichten reagieren, ohne uns bewusst zu entspannen, tragen wir diese subtile Anspannung mit uns herum, was unsere Lebensqualität beeinträchtigen kann.

Lösungen: Wie du dich von dieser unbewussten Anspannung befreien kannst

Es gibt mehrere Wege, um diese unbewusste Atmung und den damit verbundenen Stress zu reduzieren:

  1. Achtsames Atmen: Achtsamkeit ist eine der effektivsten Methoden, um bewusst zu atmen und uns von der ständigen Anspannung zu befreien. Übe regelmäßig bewusstes Atmen, indem du tief in den Bauch einatmest und langsam wieder ausatmest. Dies hilft, den Körper zu entspannen und den Stresslevel zu senken.
  2. Digitale Detox-Zeiten: Schaffe dir feste Zeiten, in denen du deine Geräte bewusst beiseitelegst und dich nicht von eingehenden Nachrichten ablenken lässt. Dies ermöglicht es dir, den ständigen Drang, auf neue Nachrichten zu reagieren, zu reduzieren und den Geist zu beruhigen.
  3. Bewusste Pausen: Nimm dir regelmäßig Pausen, in denen du nicht nur von deinen Geräten weg bist, sondern auch bewusst eine kurze Entspannungsübung machst. Eine einfache Technik ist es, alle 30 Minuten aufzustehen, sich zu dehnen und tief durchzuatmen, um den Körper zu lockern.
  4. Atemübungen für den Alltag: Wenn du das Gefühl hast, dass du wieder die Luft anhältst, versuche, tief und gleichmäßig zu atmen. Eine einfache Übung ist das „4-7-8-Atemmuster (es gibt auch noch weitere)“: Atme vier Sekunden lang ein, halte den Atem sieben Sekunden und atme dann acht Sekunden lang aus. Diese Übung beruhigt den Geist und bringt den Körper zurück in den Entspannungsmodus.
  5. Reflexion über deine digitale Kommunikation: Überlege, wie wichtig jede Nachricht für dich ist. Bist du in ständiger Erwartung von neuen Informationen? Es kann hilfreich sein, sich von der Erwartungshaltung zu lösen, ständig auf Nachrichten reagieren zu müssen, und stattdessen bewusstere Kommunikationsgewohnheiten zu entwickeln.

Fazit: Bewusstes Atmen für mehr Entspannung und Selbstfürsorge

Unsere ständige Verbindung zur digitalen Welt kann unbewusste Reaktionen wie das Anhalten der Luft hervorrufen und damit Stress und Anspannung verursachen. Indem wir uns dieser Reaktion bewusst werden und Techniken wie Achtsamkeit und bewusste Pausen in unseren Alltag integrieren, können wir lernen, den Stress zu reduzieren und unser körperliches und geistiges Wohlbefinden zu fördern. Letztlich geht es darum, den Moment zu erleben, in dem wir eine Nachricht erhalten, ohne uns von der Anspannung überwältigen zu lassen und bewusst zu atmen, um die Kontrolle zurückzugewinnen.